Schüler der „Bertha“ von Berlin begeistert

Deutsche Geschichte hautnah gespürt

 

Die Abschlussfahrt von zwei der vier 10er Klassen der Bertha-von-Suttner-Realschule plus in Betzdorf führte in die Bundeshauptstadt Berlin. In dieser Weltstadt mit einer lebendigen Geschichte, mit vielfältigen kulturellen und historischen Sehenswürdigkeiten und einem großen Angebot an Museen, Sport- und Vergnügungsstätten fiel es nicht schwer, ein ansprechendes und interessantes Programm für die Jugendlichen zusammenzustellen.

 

Beeindruckend war eine dreistündige historische Wanderung vom Checkpoint Charlie entlang der alten Grenzlinie über den Potsdamer Platz bis zum Brandenburger Tor. Ein Besuch des Holocaustmahnmals war der emotional ansprechendste Teil dieser Wanderung durch die deutsche Geschichte. Anhand von Gruppenaufgaben haben sich die Schüler in die Biographie einer Familie eingearbeitet und ihr Schicksal in der Nazi-Diktatur verfolgt. Meist endet ihr Schicksal im Tod, nur wenige haben den Holocaust überlebt.

Im Bundestag besuchten die Schüler eine Informationsveranstaltung und anschließend gab es ein längeres Gespräch mit Frau März, einer Mitarbeiterin Sabine Lichtenthäler-Bätzing, der heimischen Abgeordneten aus dem Wahlkreis Altenkirchen/Neuwied.

Ausführliche Informationen zur deutschen Geschichte erhielten die Schüler bei ihrer Führung durch den Deutschen Dom, wo sie die Ausstellung „Irrungen und Wirrungen der Deutschen Geschichte“ besuchten. Die Bedeutung des Parlamentarismus wurde intensiv erläutert und die Notwendigkeit der Partizipation eines jeden Bürgers in der Demokratie angesprochen. „Bringt euch ein, mischt mit, engagiert euch, nur dann ist Demokratie lebensfähig,“ so der dringende Appell an die Schüler.

Lebendig wurde deutsche Geschichte bei einer Radtour entlang der Berliner Mauer. Dabei haben die Schüler die Gedenkstätte Berliner Mauer als den zentralen Erinnerungsort an die deutsche Teilung kennen gelernt. Am historischen Ort in der Bernauer Straße erstreckt sie sich auf 1,4 km Länge über den ehemaligen Grenzstreifen. Auf dem Areal der Gedenkstätte befindet sich das letzte Stück der Berliner Mauer, das in seiner Tiefenstaffelung erhalten geblieben ist und einen Eindruck vom Aufbau der Grenzanlagen zum Ende der 1980er Jahre vermittelt. Anhand der weiteren Reste und Spuren der Grenzsperren sowie der dramatischen Ereignisse an diesem Ort wird exemplarisch die Geschichte der Teilung nachvollziehbar.

Emotional wurde für alle Schüler der Besuch im ehemaligen Stasi-Gefängnis in Hohenschönhausen. Jeder Gruppe wurde von einem Zeitzeugen durch das Gefängnis geführt, der aus seiner persönlichen Perspektive seine Erfahrungen dezidiert und sehr anschaulich darlegen konnte. „ Ich habe keine Apfel gestohlen, nichts. Ich wollte nur in Freiheit leben. Das hat mir 4 Monate Stasi-Gefängnis und weitere 30 Monate DDR-Haft gebracht. Physische Qualen und auch verschiedene Formen der Folter gehörten zum Alltag“, so ein Zeitzeuge.

Neben der intensiven Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte gehörten auch ein Besuch des Olympiastadions sowie ein Stadtbummel sowohl am Kuhdamm als auch am Alexanderplatz zum Besuchsprogramm.

Berlin ist immer eine Reise wert, eine Reise in die deutsche Vergangenheit, in die deutsche Gegenwart. Viele Schüler wollen wieder nach Berlin reisen, denn diese Stadt hat noch so viel mehr zu bieten. Die begleitenden Lehrer Frau Bayer, Frau Schwenk-Meinung, Herr Jung und Herr Meinung waren ebenso angetan von dieser einmaligen deutschen Metropole.