Bertha-Schüler beim Volkstrauertag 2013 der VG Betzdorf

„Tief beeindruckt bin ich von dem Beitrag der Schüler der Bertha-von-Suttner-Realschule plus“, so der Betzdorfer Bürgermeister Herr Bernd Brato am Ende der Gedenkveranstaltung der VG Betzdorf am Mahnmal für die Opfer der Weltkriege im Rainchen in Betzdorf.


Die Schüler hatten das Lied „Es ist an der Zeit“ von Hannes Wader eindrucksvoll vortragen und ihren Vortrag mit Bildern untermalt. Diesen Text hatten sie ergänzt mit eigenen Gedanken zum Thema Gewalt und Krieg.


Die Texte wurden mit dem Klassenlehrer Peter Meinung im Deutschunterricht entwickelt und der Vortrag eingeübt.


Seit Jahren beteiligen sich Schülergruppen der „Bertha“ bei der Gedenkveranstaltung der Verbandsgemeinde Betzdorf.

Auf dem Bild sind die Schüler der 10a: Eric Mundo, Kira Schnell, Anastasia Setzer und Manuel Baldus.

 

 

Volkstrauertag 2013

Liebe Mitbürgerinnen  und Mitbürger, verehrte Gäste und Freunde der Gemeinde Betzdorf,
der Monat November hat viele Totengedenktage:
Allerseelen, Allerheiligen, Totensonntag, dazwischen der Volkstrauertag.

Dieser gilt insbesondere den Opfern der Nationalsozialisten und der beiden Weltkriege.
Wir trauern an diesem Tag nicht nur um Verstorbene allgemein, sondern um jene Verstobenen an deren Tod wir nicht individuell aber grundsätzlich schuldig sind.

„Weil die Toten schweigen, beginnt immer wieder alles von vorn“, hat der französische Philosoph Gabriel Marcel geschrieben.

Damit die Toten nicht schweigen, damit wir ihre Stimme hören, haben wir den Volkstrauertag.
Wir Gedenken aller Menschen die im 20. Jahrhundert durch Krieg und Vertreibung, durch Gewalt und Gewaltherrschaft ihr Leben lassen mussten.
Und wir   gedenken derer, die wegen ihrer Überzeugung, Religion oder Rasse verfolgt, geschunden und ermordet wurden und derer, die Widerstand geleistet haben.  


Es ist an der Zeit
Weit in der Champagne im Mittsommergrün,
dort wo zwischen Grabkreuzen Mohnblumen blühen.
da flüstern die Gräser und wiegen sich leicht,
im Wind, der sanft über das Gräberfeld streicht.
Auf deinem Kreuz finde ich toter Soldat,
deinen Namen nicht, nur Ziffern und jemand hat
die Zahl 1900 und 16 gemalt und du warst nicht einmal
19 Jahre alt.
Ja auch dich haben sie schon genauso belogen, so wie sie es mit uns
heute immer noch tun.
Und du hast ihnen alles gegeben,
deine Kraft, deine Jugend, dein Leben.


Hast du toter Soldat mal ein Mädchen geliebt?
Sicher nicht, denn nur dort wo es Frieden gibt,
können Zärtlichkeit und Vertrauen gedeihen,
warst Soldat, um zu sterben, nicht um jung zu sein.
Vielleicht dachtest du dir, ich falle schon bald,
nehme mir mein Vergnügen wie es kommt mit Gewalt.
Dazu warst du entschlossen hast dich aber dann,
vor dir selber geschämt und es doch nie getan.


Ja auch dich haben sie schon genauso belogen,
so wie sie es mit uns heute immer noch tun.
Und du hast ihnen alles gegeben,
deine Kraft, deine Jugend, dein Leben.
Soldat gingst du gläubig und gern in den Tod?
Oder hast du verzweifelt, verbittert, verroht?
Deinen wirklichen Feind nicht erkannt bis zum Schluss,
ich hoffe, es traf dich ein sauberer Schuss.
Oder hat ein Geschoss dir die Glieder zerfetzt,
hast du nach deiner Mutter geschrien bis zuletzt?
Bist du auf deinen Beinstümpfen weiter gerannt?
Und dein Grab, birgt es mehr als ein Bein, eine Hand.
Ja auch dich haben sie schon genauso belogen,
so wie sie es mit uns heute immer noch tun.
Und du hast ihnen alles gegeben,
deine Kraft, deine Jugend, dein Leben.
Es blieb nur das Kreuz als die einzige Spur,
von deinem Leben, doch hör meinen Schwur,
für den Frieden zu kämpfen und wachsam zu sein,
fällt die Menschheit noch einmal auf Lügen herein.
Dann kann es geschehen, dass bald niemand mehr lebt,
niemand, der die Milliarden von Toten begräbt.
Doch längst finden sich mehr und mehr Menschen bereit,
diesen Krieg zu verhindern, es ist an der Zeit.
Ja auch dich haben sie schon genauso belogen,
so wie sie es mit uns  heute immer noch tun.
Und du hast ihnen alles gegeben,
deine Kraft, deine Jugend, dein Leben.


Es ist an der Zeit Waffenexporte in andere Länder
zu stoppen und somit das Leid vieler tausender
Menschen zu verhindern.


Es ist an der Zeit sich einem wichtigen Erbe
bewusst zu werden, nachzudenken über den
Krieg und Gewalt.
Es ist an der Zeit  Konflikte friedlich  lösen zu  wollen und alles daran zu setzen, dass es gelingt.
Krieg darf nie wieder die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln sein.
Die neuen Mittel müssen Versöhnung, Gerechtigkeit und friedliche Konfliktlösung sein!
Es ist an der Zeit zu sehen, dass der Volkstrauertag
zwei Perspektiven hat.
Eine, um dem Vergangenen ins
Auge zu sehen und die andere, um einen Blick in die
Zukunft zu werfen.
Es ist an der Zeit  zum Nach-Denken und verantwortlich zu handeln!


Es ist aber auch  an der Zeit, sich darüber zu freuen, dass
wir in einem Land ohne Krieg leben dürfen und denen zu danken,
die den Frieden in unserem Lande sichern.


Hören wir hinein in das Lied  „Es ist an der Zeit!“