Berthaner zusammen mit der katholischen Jugend des Dekanates Kirchen unterwegs nach Trier

40 Jugendliche, davon 32 von der Bertha-von-Suttner-Realschule plus aus Betzdorf, machten mit dem Leitungsteam Dirk Baltes (Dekanatsjugendreferent) und den Religionslehrern Anne Mockenhaupt und Peter Meinung bei Ihrer Wallfahrt zum Heiligen Rock erst Station auf der Marienburg.
 Nach einer Phase des Kennenlernens wurden Erwartungen und Hoffnungen thematisiert. „Woran sollen wir glauben – woran glauben Jugendliche heute? Und was hat das alles mit dem ungeteilten Gewand Jesu, dem Heiligen Rock in Trier zu tun? In den thematischen Gruppen haben die Jugendliche ihre Fragen formuliert und Antworten gesucht. Spät am Abend beim Gottesdienst in der Kapelle trafen sich die Jugendlichen zum Singen, Beten und Meditieren. Nach einem Morgenimpuls und einer kreativen Auseinandersetzung zum Thema „Wie kam der Heilige Rock nach Trier?“ machten sich die Jugendlichen auf ihren Pilgerweg nach Trier.
Abends im Palastgarten erwartet  die Jugendlichen das kulturelle Highlight des Jugendevents: Frieda Gold mit ihrer Band trat auf. Mehr al 8000 Jugendliche waren vor der Vorgruppe Elliot und natürlich von Frieda Gold begeistert. In ihrem Song „Wovon soll ich träumen“  kommt auch die Frage nach Glauben und dem Sinn des Lebens auf.
Am Samstagmorgen waren die Jugendlichen früh zum Dom aufgebrochen, um sich in die Schlange all derer einzureihen, die den Heiligen Rock sehen wollten. Das ungeteilte Gewand Jesu, der Heilige Rock, ist ein Symbol für die Einheit im Glauben und ist ein Dokument, dass Gott wirklich in Jesus Mensch war. Mit unterschiedlichen Gefühlen und Erwartungen zogen die Jugendlichen andächtig am Gewand vorbei. Nach einem Reflexionsgespräch zog die Gruppe zu einem Original-Gewand: dem Gewand von Zofia Klinke: Sie wurde von der Straße weg verhaftet und ins KZ Ravensbrück eingeliefert und hat ihre Leidenszeit im KZ wie  durch ein Wunder überlebt. In den Räumen der Kath. Studierenden Jugend (KSJ)Trier wurde  dieses Gewand im Raum der Stille ausgelegt. Im Vorraum waren eine Ausstellung mit Bildern Jugendlicher, die die Grauen der Nazi-Zeit eindrucksvoll dokumentierten, und  Informationen zum Leben von Zofia Klinke. In einer kleinen Andacht wurden all den Opfern der Nazi-Zeit gedacht. „Das Gewand ist ein Original und trägt die Schmerzen und Leiden all der Gefangenen in den Lagern der Nazis“, so Peter Meinung. Ein Original, das berührt werden durfte und die Schüler tief berührte. Das Gewand hat eine eindeutige Aussage: Mensch achte den Menschen. Lass niemals zu, dass andere wegen ihres Glaubens, ihrer Religion oder Nationalität verfolgt, gedemütigt, inhaftiert und getötet werden. Eine Aufforderung gegen Rassismus jeglicher Art.
Intensiv diskutierten die Jugendlichen über die beiden Gewänder, die sie sehen durften. „Am eindrucksvollsten war das Gewand am Boden – das KZ-Hemd“, so Maria Petker,  „ich habe bei der Berührung eine Gänsehaut bekommen!“
Am Nachmittag und am Abend nutzten die Jugendlichen die vielfältigen Angebote im Palastgarten und im Lager der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg(DPSG), die ihre Zelte auf dem Gelände der Kaiserthermen aufschlagen durften. Im großen Lager der Pfadfinder waren auch 40 DPSG`ler aus den Stämmen Betzdorf und Niederfischbach.
Am späten Abend zogen die Jugendlichen zum Nachtgebet, das in der Kirche der Jugend angeboten wurde.
Am Sonntag trafen sich mehr als  3000 Jugendliche zum Abschlussgottesdienst mit Bischof Ackermann im Palastgarten. Der fast zweistündige Gottesdienst begeisterte die jungen und jung gebliebenen Teilnehmer. Auch Bischof Ackermann war von der jugendlichen Vitalität berührt und rief aus: „Die Kirche ist jung und voller Leben!“
Nach einer Reflexionsrunde traten am späten Nachmittag die Jugendlichen ihre Heimreise auf die „Insel“ an. „Wie jung die Kirche wirklich ist, wird sich zeigen. Finden die Jugendlichen in unseren Gemeinden wirklich die lebendige Kirche, die ihnen Raum gibt, eigene Wege zu gehen, Antworten auf eigene Fragen zu finden?“, so Peter Meinung. Nun gilt es die guten Impulse der Heilig Rock Wallfahrt aufzunehmen und auf der Insel fruchtbar werden zu lassen.